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Entwicklung der Weltweiten Gemeinschaft

Neue Herausforderungen

In über 50 Ländern wirken heute 1840 Herz-Jesu-Missionare. Die Schwerpunkte habe sich längst von Europa nach Asien und Lateinamerika verlagert: Die indonesische Provinz hat über 300 Mitglieder, in Brasilien und der Dominikanischen Republik gibt es guten Priester- und Ordensnachwuchs und auch Papua-Neuguinea hat eine wachsende Ordensprovinz.

Wenn auch die Dienste und Arbeitsgebiete sehr verschieden waren und sind – die Option für die Armen hat immer Vorrang! Unser Missionsgeist hat uns dazu geführt, bei den Ärmsten zu sein: In Peru bei den Indios der Anden, in europäischen Großstädten bei den Obdachlosen, in Australien bei den Aborigines. So waren wir eine der ersten Ordensgemeinschaften, die Eingeborene aus den Missionen in ihre Reihen aufnahm. Heute geht es nicht mehr so sehr um Bauten und Einrichtungen, sondern oft besonders in den unterentwickelten Ländern um Projekte (Hilfe zur Selbsthilfe), Kooperativen oder Partnerschaften.

Die neuen Herausforderungen verlangen vielfach umzudenken, neue Wege zu gehen und kreativ zu reagieren. So bilden unsere Mitbrüder in priesterarmen Gegenden Laien als Gemeindeleiter aus. In manchen Ländern waren die Katechisten immer die Stützen des Gemeindelebens und garantieren eine kontinuierliche Seelsorge, wenn der Priester nur ab und zu kommen kann. Laien, die mit uns und aus unserer Spiritualität leben, übernehmen auch zunehmend Verantwortung in der Gemeinschaft.

Die politischen und gesellschaftlichen Verhältnisse beeinflussen natürlich das gesamte Engagement: der Prozess fortschreitender Unabhängigkeit in Afrika, Asien und Ozeanien, die unerklärten Kriege in Zentralamerika, die Kriegszustände und verworrenen Verhältnisse im Kongo, wachsende Verfolgung in einigen Gegenden Indonesiens (Ambon), Personal- und Finanznöte, Todesfälle, psychologische und ethnische Spannungen, Generationskonflikte und das Ende mancher Missionen…

Neue Provinzen sind Indonesien, Philippinen, Dominikanische Republik, Papua-Neuguinea, Zentralamerika, Rio de Janeiro und Curitiba. Unionen auf dem Weg zur Provinz sind das frankophone Afrika, die Pazifische und die Indische Union.

In den 150 Jahren der Ordensgeschichte gründeten die Mitbrüder 21 neue Gemeinschaften. Schwesterngemeinschaften, die in den betreffenden Ländern mit den Herz-Jesu-Missionaren zusammenarbeiten sind zum Beispiel die Missionarinnen Christi mit Hauptsitz in München. Viele Mitbrüder wurden zu Ortsbischöfen ernannt und leiten in den ehemaligen Missionen die jungen Ortskirchen, besonders in Indonesien und Papua-Neuguinea.


Herz-Jesu-Missionare Münster
Johanniterstraße 6 · 48145 Münster