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Entwicklung der Weltweiten Gemeinschaft

Entwicklung bis heute

In über 50 Ländern wirken heute fast 2000 Herz-Jesu-Missionare. Die Schwerpunkte habe sich längst von Europa nach Asien und Lateinamerika verlagert: Die indonesische Provinz hat über 300 Mitglieder, in Brasilien und der Dominikanischen Republik gibt es guten Priester- und Ordensnachwuchs und auch Papua-Neuguinea hat eine wachsende Ordensprovinz.

Wir sind erwählt und für eine Mission berufen worden. Geschichtlich gesehen war die Mission eine der großen bewegenden Kräfte als Kongregation. Eine Mission, die nach Absicht des Gründers P. Chevalier für alle Gebiete und alle Nöte offen ist. Wo immer menschliche Not existiert, gibt es einen Aufgabenbereich für einen Herz-Jesu-Missionar.

Wenn auch die Dienste und Arbeitsgebiete sehr verschieden waren und sind – die Option für die Armen hat immer Vorrang! Unser Missionsgeist hat uns dazu geführt, bei den Ärmsten zu sein: In Peru bei den Indios der Anden, in europäischen Großstädten bei den Obdachlosen, in Australien bei den Aborigines. So waren wir eine der ersten Ordensgemeinschaften, die Eingeborene aus den Missionen in ihre Reihen aufnahm. Heute geht es nicht mehr so sehr um Bauten und Einrichtungen, sondern oft besonders in den unterentwickelten Ländern um Projekte (Hilfe zur Selbsthilfe), Kooperativen oder Partnerschaften.

Selbst wenn wir aus anderen Gründen Werke übernahmen, hat uns der Herr an Orte geführt wo die Nöte in jeder Hinsicht am größten waren. Auch das „Kleine Liebeswerk“ als Förderverein für mittellose Priesterkandidaten ist hier zu nennen. Durch die Initiative des französischen Priesters Vandel konnten auf diesem Wege Hunderte armer Jungen Priester werden.

Die neuen Herausforderungen verlangen vielfach, um zu denken, neue Wege zu gehen und kreativ zu reagieren. So bilden unsere Mitbrüder in priesterarmen Gegenden Laien als Gemeindeleiter aus. In manchen Ländern waren die Katechisten immer die Stützen des Gemeindelebens und garantieren eine kontinuierliche Seelsorge, wenn der Priester nur ab und zu kommen kann. Laien, die mit uns und aus unserer Spiritualität leben, übernehmen auch zunehmend Verantwortung in der Gemeinschaft.

Die politischen und gesellschaftlichen Verhältnisse beeinflussen natürlich das gesamte Engagement: der Prozess fortschreitender Unabhängigkeit in Afrika, Asien und Ozeanien, die unerklärten Kriege in Zentralamerika, die Kriegszustände und verworrenen Verhältnisse im Kongo, wachsende Verfolgung in einigen Gegenden Indonesiens (Ambon), Personal- und Finanznöte, Todesfälle, psychologische und ethnische Spannungen, Generationskonflikte und das Ende mancher Missionen…

Neue Provinzen sind Indonesien, Philippinen, Dominikanische Republik, Papua-Neuguinea, Zentralamerika, Rio de Janeiro und Curitiba. Unionen auf dem Weg zur Provinz sind das frankophone Afrika, die Pazifische und die Indische Union.

In den 150 Jahren der Ordensgeschichte gründeten die Mitbrüder 21 neue Gemeinschaften. Schwesterngemeinschaften, die in den betreffenden Ländern mit den Herz-Jesu-Missionaren zusammenarbeiten sind zum Beispiel die Missionarinnen Christi mit Hauptsitz in München. Viele Mitbrüder wurden zu Ortsbischöfen ernannt und leiten in den ehemaligen Missionen die jungen Ortskirchen, besonders in Indonesien und Papua-Neuguinea.

Zeichen der Hoffnung

Die Mitglieder der französischen Ordensprovinz der MSC beschäftigten sich unter der Leitung eines kanadischen Mitbruders intensiv mit ihrer Lage: Viele alte und kranke MSC, immer kleinere Gemeinschaft, kein Nachwuchs, kaum Einnahmen, notwendiger Verkauf der Häuser, ungewisse Zukunft usw..

Pater Alfred Bour
P. Alfred Bour
P. Alfred Bour findet folgende Hoffnungszeichen als Ergebnis:
  1. Es gibt im Leben eine große Widerstandsfähigkeit und eine Neubelebung wie zum Beispiel abgeschnittene Weiden im Kontakt mit dem Boden neue Wurzeln bilden. „Wenn das Weizenkorn nicht stirbt, bleibt es allein…“
  2. Unsere Erneuerung ist ein wünschenswertes Geschenk. Der Wunsch zu leben ist lebenswichtig. Was Gott uns schenken will müssen wir auch herbeisehnen. Wir sollen Berufungen wünschen, eine neue Zukunft, neue Missionen, andere Aufgaben – andere Beziehungen in der Gemeinschaft – sicherlich verschieden von den heutigen, aber nicht im Wesentlichen.
  3. Der Wunsch öffnet sich zur Hoffnung, eine Art Utopie, die Wirklichkeit Gottes, die unsere immer übersteigt.
Treten wir ein in Gottes Träme. Helder Camaras berühmtes Wort: „Wenn ich allein träme, ist es nur ein Traum. Aber wenn wir gemeinsam trämen, beginnt damit die Wirklichkeit.“


Herz-Jesu-Missionare Münster
Johanniterstraße 6 · 48145 Münster